4a. Bestimmung des Bedeckungsgrades der Sonne (Magnitudenänderung)
Einen einfachen, aber etwas ungenauen Überblick verschaffte ich mir, indem ich die Sehne, die durch den Kreisabschnitt des Mondes gebildet wurde, ins Verhältnis zum Sonnendurchmesser setzte und gegen die Zeit auftrug.
Mühsamer, aber genauer ist der Flächenvergleich. Dazu druckte ich die Bilder auf Millimeterpapier aus.
Den Mittelpunkt der Sonne bestimmte ich, indem ich die Methode von 2 Sehnen und deren Mittelsenkrechten verwendete, die ich beim Merkurtransit schon beschrieben habe (linkes Bild, Abb. 35: ). Mit dem auf diese Weise konstruierten Sonnenmittelpunkt und vermessenen Sonnendurchmesser konnte ich die verdeckte Sonnenscheibe vervollständigen. Danach zählte ich die hellen Kästchen aus und zog diesen Wert von der vollen Sonnenscheibe ab. Zum Schluss setzte ich das so gewonnene Ergebnis ins Verhältnis zu der Gesamt-Sonnenfläche (rechtes Bild, Abb. 36:).

Keine Angabe Keine Angabe

Abb. 35: Graphische Mittelpunkt-
konstruktion von Sonne und Mond; zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Abb. 36: Graphische Bestimmung
der Sonnenbedeckung; zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

In Abb. 35 ist zusätzlich dargestellt, wie ich den Mondmittelpunkt ermittelt habe. Die Mittelpunkte beider Himmelskörper liegen nämlich auf der Mittelsenkrechten der Sehne, die aus dem Kreisabschnitt des Mondes gebildet wird. Durch Abtragen des Sonnenradius vom Rand des Mondes aus fand ich leicht auch den Mondmittelpunkt.

Zeit [hh:mm:ss]
Bedeckung [%]
Verfinsterung [%]
Fehler [%]
09:35:34
5,008
94,992
4,702
09:48:28
18,544
81,456
6,650
10:01:22
35,279
64,721
4,874
10:17:02
53,902
46,098
5,389
10:29:30
68,400
31,600
5,727
10:38:22
72,624
27,376
4,647
10:54:48
59,764
40,236
5,360
11:09:20
43,119
56,881
7,090
11:20:16
24,048
75,952
7,090
11:33:40
12,425
87,575
8,538

Tabelle 6: Sonnenfinsternis am 20.03.2015 als Funktion der Zeit (Bedeckungsgrad, Verfinsterung und Fehler), beobachtet auf der Ludwigshöhe bei Darmstadt
(Koordinaten: 49.84296° Nord; 8.660990° Ost)


Trägt man das ausgemessene oder berechnete Ergebnis als Funktion der Zeit auf, so erhält man den Sonnenfinsternisverlauf in Form der Bedeckung (vgl. Abb. 37: ).
Im Vorfeld wurde von verschiedenen Medien die Befürchtung geäußert, dass während der Sonnenfinsternis in Deutschland die Stromversorgung zusammenbrechen könnte, da die Photovoltaik einen großen Anteil an der Energieversorgung trägt. Dies war aber nicht der Fall, wie man in der Wikipedia nachlesen kann.


Keine Angabe Keine Angabe Keine Angabe
Abb. 37: Bedeckungsgrad [%] der Sonne am 20.03.2015 zwischen 09:30 und 11:30; zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Abb. 38: Tagesverlauf der Sonneneinstrahlung in Dresden am 20.03.2015 (Bedeckungsgrad Dresden: 71,5%)
Abb. 39: Vergleich der Sonneneinstrahlung in Dresden mit meinen Verfinsterungsdaten; zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

In der gleichen Quelle fand ich den Tagesverlauf der Sonneneinstrahlung einer Photovoltaik-Anlage in Dresden (vgl. Abb. 38: ). Wenn ich aus meinem ermittelten Bedeckungsgrad Bs(t) die Verfinsterung der Sonne nach der Beziehung:

Vs(t) = 100% - Bs(t)

bilde, kann ich die Darstellungen vergleichen und erkenne eine gute Korrelation
( Abb. 39: ).
Da Dresden gegenüber Darmstadt ca. 360 km weiter östlich liegt, setzt die Verfinsterung dort später ein. Die Bedeckung der Sonne ist geringer, weil der Kernschatten weiter östlich nach Norden hin abdreht (vgl. Abb. 30: ).

Lesen Sie weiter bei: 5. Weitere Fragen um Finsternisse besser zu verstehen.

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