Motivation
Mein erstes Interesse zur Astronomie erwachte, als ich während eines Urlaubs in Südfrankreich den Sternenhimmel betrachtete. Dabei entdeckte ich einen kleinen Lichtpunkt, der sich langsam über das Firmament bewegte. Damals dachte ich, dass es ein Satellit sei, heute weiss ich, dass es ein hoch fliegendes Flugzeug gewesen ist. Im Jahr 1998 kaufte ich mir dann ein gebrauchtes Teleobjektiv mit 500 mm Brennweite. Sehr schnell merkte ich, dass selbst zum Beobachten des Mondes ein stabiles Stativ notwendig ist.

Abb. 1: Mein Telekop
Wünsche
Ich entschied mich daraufhin für ein kommerzielles Fernrohr. Doch die Auswahl des Teleskops gestaltete sich nicht leicht. Folgt man der Werbung, so kauft man ein Fernrohr als "lebenslangen Begleiter". Dies soll wohl den horrenden Preis dieser Geräte rechtfertigen. Die Prospekte mit Aufnahmen von extragalaktischen Nebeln, wecken Wünsche, die mit den Mitteln eines Hobbyastronomen kaum zu erfüllen sind. In einem Einführungsbuch für den Hobbyastronom fand ich obendrein noch das Zitat: Wenn man sich wirklich "das Teleskop des Lebens" kauft, warum gibt es dann einen so großen Markt an Gebrauchtgeräten?
Ich suchte daher nach einem Kompromiss bezüglich Gewicht, Beobachtungsmöglichkeiten und Investitionsvolumen. Schließlich gibt es hier im Rhein-Main-Gebiet nicht sehr oft klare Nächte und die Resthelligkeit der umliegenden Orte ist sehr hoch.

Ausrüstung
Trotz aller Bedenken entschied ich mich für einen Refraktor mit einem apochromatischen (farbkorrigiert oder farbreinen) Objektiv, einer Apertur (Objektivöffnung) von 4" oder 100 mm und einer Brennweite von 1000 mm. Da ich das Instrument für Himmelsbeobachtungen einsetzen wollte, musste das Stativ stabil sein und eine parallaktische Montierung besitzen. Diese hat den Vorteil, dass nur eine Achse verändert werden muss, wenn man der scheinbaren, durch die Erdrotation verursachten, Bewegung der Himmelskörper folgen will.
Ein solches Instrument hat ein mittleres Auflösevermögen und man ist damit in der Lage, Planeten zu beobachten und kleinere Strukturen auf der Mondoberfläche zu erkennen.

Erste Beobachtungen
Bei dem Besuch einer Sternwarte lernte ich, dass der Astronom heute nicht mehr mit dem Auge beobachtet, sondern fotographiert, da man bei einem Film durch eine lange Belichtungszeit eine höhere Empfindlichkeit erreichen kann als beim Auge. Ein weiteres Argument für die Fotographie ist das Bedürfnis, seine Beobachtungsergebnisse anderen nicht nur mitzuteilen, sondern auch zu zeigen. Ein variabler Fotoadapter, meine Spiegelreflexkamera und ein lichtempfindlicher Film bildeten die Grundvoraussetzung für meine ersten Mondfotos.

Meine Erfahrungen
Scharfe Bilder benötigen eine geringe Luftunruhe und ein an die Umgebungstemperatur angepasstes Teleskop. Das Umklappen des Spiegels der Kamera erzeugt Schwingungen in Montierung und Stativ, wodurch die Bilder verwackeln. Abhilfe schafft hier die so genannte Hut-Methode.
Der Lichtverlust im Prismensucher meiner Kamera ist so groß, dass lichtschwache Objekte, die ich mit einem Okular gut erkennen kann, mit angeflanschter Kamera nicht mehr fokusierbar oder sogar nicht mehr auffindbar sind. Ein nachträgliches Montieren des Fotoapparates ist schon bei mittleren Vergrößerungen unmöglich. Einen Ausweg sehe ich z.Zt nur in der Beschaffung einer CCD-Kamera mit genügend hoher Auflösung. Hierbei ergibt sich dann auch noch die Möglichkeit, die Bilder zu speichern und nachzubearbeiten.

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