4c Fehlerbetrachtung
Da bei Messungen immer Fehler auftreten, ist eine Fehlerbetrachtung notwendig.

Wenn ich für meine quantitativen Messwerte Fehlergrenzen angeben kann, kann ich die Qualität der Werte besser einschätzen.

Meine Messwerte stammen aus der Bildfolge. Hier können folgende Fehlerquellen benannt werden: Zeitfehler, Bildunschärfe, Bildverwacklung, Überstrahlung, Farbsäume und Verzeichnungsfehler durch das Objektiv der Kamera.

Bei dem Zeitfehler tritt in der Regel nur eine konstante Verschiebung der Kamerazeit gegenüber MEZ auf, die z.B. durch Akkuwechsel hervorgerufen wird. Um einen eventuellen Zeitfehler festzustellen, habe ich zu zwei festen Zeiten, die ich mit einer funkgesteuerten Uhr (DCF77-Signal) festgelegt hatte, Schwarzbilder erzeugt. Daraus ergab sich, dass die Kamerazeit konstant um 2 Minuten und 32 Sekunden gegen MEZ vorging.

Unscharfe oder verwackelte Bilder wurden durch die vorprogrammierte Auslösesperre des Autofocus unterbunden.

Wegen der fehlenden Nachführung wurde mein Objekt (die Sonne) weit verstreut auf dem CCD-Kamerasensor abgebildet. Ungünstig wirkt sich dabei auch die relativ kleine Größe der Sonne aus. Wie weit sich dadurch Verzeichnungsfehler des Objektivs auf mein Sonnenbild auswirken, kann ich leider nur abschätzen. Tatsache ist, dass die Verzeichnungen zum Rand hin zunehmen.

Wie weiter oben schon erwähnt (3. Erfahrungen und Ergebnisse), machte ich einen Standortwechsel gegen 11:00 Uhr. Damit veränderte sich meine Referenz bei der Bestimmung des Sonnenmittelpunktes. Die Fehlerbalken in Abb. 41: sind daher nicht mit denen aus Zeiten vor 11:00 Uhr zu vergleichen.

Große Fehler in meiner Bildfolge resultieren aus Überstrahlung und Farbsäume an den Rändern der abgebildeten Sonne. Nach einer umfangreichen Selektion und einer nachträglichen Belichtungskorrektur in der Bildbearbeitung blieben zehn Bilder für die Finsternisfolge übrig.

Mit Hilfe von Doppelrechnung aus maximalem und minimalem Flächenanteil lag der Fehler für die Sonnenbedeckung zwischen 4,6% und 8,5%.

Der relativ große mittlere Fehler von 16,6% bei der Koordinatenbestimmung des Mondmittelpunktes folgt aus der kumulativen Fehlerfortpflanzung des Sonnenmittelpunktes. Auch hier fehlte mir wegen der verstreuten Sonnenbilder auf dem Kamerasensor eine eindeutige Referenz, die ich durch eine automatische Nachführung erhalten hätte.

Die Verkippung der Mondbahnebene gegenüber der Ekliptik liegt innerhalb des Fehlerbereichs.


Lesen Sie weiter bei: 5. Weitere Fragen um Finsternisse besser zu verstehen.

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