Die direkte Beobachtung der Sonne durch Filter

Vorsicht!
Beim Zerreißen der Folie schädigt der plötzliche Lichtblitz Ihr Auge irreparabel. Prüfen Sie die Abschwächung der Folie in den angrenzenden Wellenlängenbereichen Infrarot und Ultraviolett. Fragen Sie gegebenenfalls bei dem Hersteller nach. Da wir im Auge keine direkten Rezeptoren für diese Strahlung besitzen, ist diese besonders heimtückisch!

Objektivfilter lassen nur einen sehr geringen Teil der Sonnenstrahlung durch und reflektieren den Rest. Die Abschwächungsfaktoren sollen für die Beobachtung mit dem Auge bei 105, für die Photographie bei 104 liegen. Neben massiven Glasfiltern gibt es auch sehr dünne Folien (10 15 µm Dicke), die mit Metalldampf beschichtet sind, eine sehr kostengünstige Filterart. Thermische Probleme treten nicht auf, weil auch der IR-Anteil des Sonnenspektrums reflektiert wird.
Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Die hohen Abschwächungsfaktoren lassen sich nicht durch einfaches Bedampfen erreichen,

Abb. 10: Sonnenbeobachter

als Grundmaterial sollten sehr reißfeste Kunststoffe gewählt werden. Manche Filterhersteller legen einfach 2 Folien übereinander: Der Kontrast der Abbildung leidet. Verwenden Sie daher beidseitig beschichtete Folien!


Vorteile der Filtermethode mit Folien:

  • Man benötigt nur die Folie und kann die Filterhalterung selbst herstellen.
  • Der selbstgebaute Filter ist kostengünstig. Dies ist vor allem für Einsteiger wichtig, die nicht viel Geld ausgeben wollen.
  • Der Folienfilter ist bruchsicher.
  • Am Teleskop braucht nichts umgebaut zu werden.
  • Wärmeprobleme treten nicht auf, da die Filter auch die Infrarotstrahlung reflektieren.
Nachteile der Filtermethode mit Folien:
  • Will man mit dem Auge beobachten und fotografieren, so benötigt man 2 Filterfolien verschiedener optischer Dichte (OD5 für das Auge und OD4 für den Fotoapparat).
  • Da die Folie sehr dünn ist, erfordert die Herstellung eines wellenfreien Filters handwerkliches Geschick. Der Folienfilter kann durch spitze Gegenstände beschädigt oder an der Oberfläche abgerieben werden.
Für erste Versuche der Sonnenbeobachtung benutzte ich die Projektionsmethode. Um die Filtermethode zu testen, kaufte ich Filterfolien von Baader Planetarium, eine Halterung aus Pappe habe ich selbst gebaut. Man stellt zwei Kreisringe mit dem Innendurchmesser der Objektivöffnung her und klebt die Folie dazwischen. Auf diesem Folienhalter befestigt man einen dünnwandigen Hohlzylinder, der auf den Tubus aufgesteckt wird. Eine Anleitung zum Bau einer Folienhalterung findet man auf den Webseiten: Baader Planetarium

Tipp: Erstellen Sie nicht nur einen Filter für das Objektiv Ihres Teleskops, sondern auch für Ihr Zielfernrohr. Das Ausrichten des Fernrohrs auf die Sonne wird so zum Kinderspiel.

Lesen Sie weiter: Merkurtransit